Kinderbetreuung für Kinder ab drei Jahren / Vorschule

Viele haben sicher schon die  Internetseiten des Deutschen Kindergartens entdeckt, dort findest du alle wichtigen Informationen über die Einrichtung. Hier nur ein kurzer Überblick mit den wichtigsten Eckdaten:

  • aufgenommen werden Kinder ab 3 Jahren, Voraussetzung: sie müssen beim Eintritt in den Kindergarten "trocken" sein
  • es gibt eine Warteliste, aber man kann Glück haben und schneller einen Platz bekommen, da immer wieder Familien nach Deutschland heimkehren und somit eine rege Fluktuation besteht
  • es gibt Französischnachmittage (2 pro Woche), bei denen die Kinder mit und in der französischen Sprache spielen und lernen
  • eine Bereicherung ist sicherlich auch die Kindergarten-Partnerschaft mit einer französischen Einrichtung, der regelmäßige Austausch und die gegenseitigen Besuche
  • es werden sowohl französische als auch deutsche Bräuche gepflegt und Feste gefeiert.

 

Mehr Infos und Kontakt:

 

Deutscher Kindergarten

2, allée de l’Herbaudière

F-31770 Colomiers

Tel.: +33 (0) 5 67 73 29 03 oder

e-mail: kindergarten@dstoulouse.fr

 

Ecole Maternelle

In Frankreich können Kinder ab drei Jahren (genau genommen ab 2 1/2 Jahren, wenn sie keine Windel mehr benötigen und "trocken" sind) die école maternelle besuchen. Es handelt sich dabei um eine Art Vorschule, sie soll die Kinder auf die Schule vorbereiten. Der Besuch ist freiwillig und kostenlos. Die école maternelle bildet mit der ihr folgenden école élementaire (s.u.) den ersten Teil der Schulbildung in Frankreich (enseignement du premier degré) man nennt diese erste Einheit auch école primaire.

Der Unterricht geht von morgens bis zum Spätnachmittag (ist von Ort zu Ort unterschiedlich), z.B 8:45 früh bis nachmittags 17 Uhr. In der Regel werden die Kinder jeweils morgens und nachmittags 3 Stunden unterrichtet, dazwischen liegt die Mittagspause, in der die Kinder entweder in der Kantine essen oder abgeholt werden, wenn sie z.B. nur einzelne Vormittage besuchen. Man kann normalerweise selbst entscheiden, wie oft man sein Kind dort abgeben möchte, es empfiehlt sich natürlich zum Spracherwerb und Kontaktknüpfen, die Kinder dort auch zu Mittag essen zu lassen und erst am Nachmittag abzuholen.
Man unterscheidet 3 Abschnitte während der Vorschulzeit:

  1. die petite section für Kinder von zwei bis drei Jahren
    (Leben in der Gruppe und Sprache)
  2. die moyenne section für Kinder von drei bis vier Jahren
    (erster Kontakt mit Geschriebenem)
  3. die grande section für Kinder von fünf bis sechs Jahren
    (Lektüre, Geschriebenes allgemein)

Im ersten Fall ist für die Kinder auch immer noch die Möglichkeit eines Mittagsschlafes (einer sieste) gegeben.

Mittwochnachmittags ist die école maternelle gewöhnlicherweise geschlossen, an diesen Tagen kann man also außerschulische Aktivitäten wie Verabredungen, aber auch Sport-oder Musikkurse einplanen-oder, solltet ihr arbeiten gehen, müsstet ihr euch frei nehmen oder eine Kinderbetreung organisieren oder nutzt das Betreungsangebot der Stadt: das Centre de Loisir. Hier können Kinder im übrigen auch vor und nach der Schule zusätzlich betreut werden, i. d. R. zwischen 7 und 19 Uhr. Auch die Ferienbetreuung findet hier statt. (die Anmeldung erfolgt im Rahmen der Anmeldung für die ecole maternelle)

 Interessant zu wissen: Der Hintergrund des freien Mittwochs liegt in der strikten Trennung von Staat (und staatlichen Einrichtungen wie Schulen- man erinnere sich an die ersten Urteile zur Kopftuchdiskussion aus Frankreich) und Kirche hier in Frankreich, la laïcité . Um Kindern die Möglichkeit für Religionsunterricht zu geben, wurde der Mittwoch für diese Zwecke "freigehalten".

Die Lehrer, Professeur des écoles, aber meist instituteur oder institutrice  genannt, sind anders als in deutschen Kindergärten tatsächlich Lehrer (keine Erzieher) die auch an Grundschulen, école élementaires, eingesetzt werden könnten.

Der Fokus richtet sich beim Lerninhalt auf  Kognitives Lernen, die Kinder lernen bereits in der maternelle den Zugang zum Lesen und Schreiben.

Als Lernziel wird hier bezeichnet "devenir élève" "Schüler zu werden", überspitzt formuliert, lernen die Kinder erst Schüler zu werden, dann Französische Staatsbürger. In deutschen Kindergärten stehen häufig die Entfaltung der Persönlichkeit und das Miteinander, also eher soziale Lernziele, im Vordergrund. Gerade im Bezug auf eine individuellere Förderung und Betreuung wird in Frankreich mit Interesse auf das deutsche System geschaut. Andererseits fragt man sich in Deutschland immer stärker, wie man in deutschen Kindergärten mehr Bildung integrieren kann und nimmt sich das französische Modell zum Vorbild. Wichtig zu wissen: Wenn ihr euer Kind für die école maternelle in der Mairie anmeldet (gewöhnlicherweise kann man dies ab März eines Jahres für den darauffolgenden September tun), nennt man euch eine Liste von Dokumenten, die ihr für die Anmeldung benötigt, u. a. auch verschiedene Impfungen. Informiert euch also besser frühzeitig, wenn ihr während des laufendes Jahres nach Frankreich zieht, welche Dokumente verlangt werden, vielleicht könnt ihr einiges schon vorab aus Deutschland organisieren. In der Regel  benötigt ihr das

- Livret de Famille, habt ihr dieses französische Dokument nicht, dann bringt ihr die deutsche Geburtsurkunde/ bzw. auch französische, wenn euer Kind hier geboren wurde.

- Einen Adressnachweis (in Frankreich gilt nicht wie in Deutschland eine gültige amtliche "Meldung" als Adressnachweis, sondern eine aktuelle Gas- oder Stromrechnung "EDF/GDF".

-Impfnachweise

 

Habt ihr alle Unterlagen in der Mairie abgeben, bekommt ihr in der Regel ein Schreiben zugesendet, avis d´affectation, in dem eurem Kind ein Platz ein einer Schule zugewiesen wurde. Dann vereinbart ihr einen Termin mit der Leitung der Einrichtung, le directeur oder la directrice, dort füllt ihr- wie in deutschen Kindereinrichtungen auch- die Anmeldeunterlagen mit allen wichtigen Daten von euch und eurem Kind aus. Ihr braucht u.a. auch einen Nachweis, dass euer Kind versichert (Haftpflichtversicherung/ attestation d´assurance pour responsibilité civile) ist. Eine solche Bescheinigung bekommt ihr bei eurer Versicherung in Deutschland oder Frankreich.

 

Vielleicht noch ein interessanter Hinweis: Für französische Kinder beginnt das "Schulleben" mit der école maternelle. Aber anders als in Deutschland gibt es keinen feierlichen Einführungstag mit Schultüten. Was nicht heisst, dass du zum Einstieg in die école maternell oder danach in die école primaire nicht deinem Kind "privat" den deutschen Brauch näher bringen kannst!

 

Es gibt zahlreich private (das heisst auch gebührenpflichtige) écoles maternelles in der Region, kirchliche, Montessori (Labège, Grenade und Cornebarrieu) ,englisch-französische, etc. im Großraum Toulouse. Wir können nicht auf alle hinweisen, aber vielleicht interessant für deutschsprachige Anhänger der Waldorf-Philosophie:

Es gibt in Toulouse auch einen Steiner-Waldorf-Kindergarten für Kinder von 2 bis 6 Jahren mit zwei altersentsprechenden Gruppen á 10-15 Kindern. Er ging aus einer Elterninitiave hervor. Jedes Jahr gibt es zwei deutsche Praktikanten in dieser Einrichtung. Seit September 2012 gibt es dort auch eine primaire, in der die Kinder ab 6 Jahren unterrichtet werden.

Gut zu wissen: Anders als bei staatlichen Schulen liegt das Eintrittsalter bei privaten écoles maternelles  oft bereits bei 2 Jahren.

 

Mehr gute Infos zur école maternelle findest du hier.

 

 

 

 

 

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